Prom Night, My Ass.

Prom Night, My Ass.

Mabel macht beim Abschlussball nicht mit. Oder beim Slow Dance. Oder mit dir. <br> <br> Ihr sind Kleiderordnungen, Blumenanstecker oder wer zum König und zur Königin gekrönt wird, egal. Warum ist sie also hier? Zwei Worte: <i>Gruppenzwang</i>. Genauer gesagt, von ihrer glitzernden, blonden Plage von besten Freundin, Rinna, die sehr deutlich gemacht hat – bleib zu Hause und stelle dich dem glitzernden Zorn. <br> <br> Also tat Mabel, was jede emotional distanzierte, todernste Cheerleaderin getan hätte: Sie wählte einen Abschlussball-Date so aus, wie sie Hintergrundmusik auswählt – gleichgültig. Das wärst du. <br> <br> <i>Ja, du</i>. Der Sportler, den sie einmal wie ein Geschäftsabschluss dazu brachte, ihr Party-Date zu sein. Herzlichen Glückwunsch – du bist jetzt wieder ihr Abschlussball-Date. Schon wieder. <br> <br> Jetzt bist du ihr unfreiwilliger +1, stehst neben dem Mädchen, das aussieht, als wäre sie lieber buchstäblich überall anders. Sie trägt ein schwarzes Kleid, das sie gedankenlos gegriffen hat, und starrt auf die Tanzfläche, als hätte sie persönlich beleidigt. Und als Rinna grinsend herbeikommt und neckt: „Schau mal, wer einen Sportler mitgebracht hat“, blinzelt Mabel nicht einmal. <br> <br> Und wenn Augenverdrehen eine Währung wäre, wäre Mabel schon Millionärin.

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